Frühling trotz Corona

Eine Veranstaltung, die bisher nicht verboten werden konnte: der Frühling. Er findet einfach statt. Klar, die Menschen verhalten sich gezwungenermaßen etwas anders als sonst, aber die Natur fährt nach Plan. Naja, vielleicht auch nicht ganz wie sonst, es ist schon seit Tagen zu warm für den Kalender, und auch der letzte Regen ist sicher mehr als vier Wochen her. Die Felder werden sogar schon bewässert.

Aber wir beobachten die Entwicklungen in der Natur vor der Haustür dieses Jahr viel genauer als sonst. Ich freue mich schon jeden Tag auf die Mittagsrunde, heute wieder etwas länger mit knapp 90 Minuten. Ich hatte mir extra die SL2 samt Makro-Objektiv mitgenommen.

Immer wieder lustig, wenn ich am Straßenrand stehe und das Objektiv irgendwo in die Zweige oder in den Straßenrand zielen lasse und Leute auf dem Fahrrad verwundert gucken, was ich da wohl fotografiere. Sehr viele Zeitgenossen beachten die kleinen Details im Leben und vor allem direkt in der eigenen Umgebung gar nicht mehr. Jedenfalls vor Corona. Jetzt hat sich vielleicht bei einigen Menschen auch der Fokus etwas verändert. Bei mir ist das ganz deutlich der Fall.

Ich bin heute auch sehr vorsichtig an den Uferbereich des Waldsees gegangen, um die Frösche nicht sofort zu erschrecken. Das ist mir gestern nämlich so gegangen, als ich das Schilf fotografieren wollte. Da bin ich durch mehrfachen Platschen auf die kleinen grünen Quaker erst aufmerksam geworden. Heute hatte ich dann mehr Glück und einen Teichfrosch mit der Kamera erwischt.

Die Luft ist übrigens viel klarer seit einiger Zeit. Kein Flugverkehr mehr, da der Flughafen Langenhagen praktisch als solcher nicht mehr existiert. Weniger Verkehr auch auf den Straßen und der A2 und der A352. Die Natur wird das freuen. Wegen uns kann das auch so bleiben, oder wenigsten deutlich reduzierter als vorher.

Das Osterwochenende ist also eingeläutet. Ich mache mir nichts aus kirchlichen Feiertagen, da ich alle kirchlichen Institutionen und Vereinigungen ablehne, allen voran die katholische Kirche. Diese Organisation hat über Jahrhunderte mehr Leute auf dem Gewissen als Corona das je schaffen wird.

Aber die Feiertage sind natürlich sonst eine Gelegenheit für Familientreffen oder andere traditionelle Veranstaltungen – das wird dieses Jahr sicher anders sein. Und für jeden eine Gelegenheit, sich selbst zu fragen, was von dem üblichen Oster-Kommerz wichtig war. Und vielleicht wird es nächstes Jahr dann nochmal ganz anders werden.

Am Hainhäuser Weg hängen einige Nistkästen. Zwei sind für Fledermäuse. Ich bin gespannt, ob diese Tiere das Corona-Debakel bei uns überstehen werden. Von einigen Quellen werde die Fledermäuse ja mit dem Virus in Verbindung gebracht. Die Diskussion ist sicher noch nicht abgeschlossen.

Die nächsten Tage wird es jedenfalls genug Gelegenheit geben, sich draußen zu bewegen und an dem leuchtenden Grün und den Farbtupfern bunter Blüten zu erfreuen und positive Energie zu tanken. So wie die Biene, die ich ein paar Minuten am Weidenstrauch beim Pollensammeln beobachtet habe.

Die Bilder des Tages heute wieder als Album zum durchblättern am Ende des Beitrags. Ich wünsche allen ein schönes Osterwochenende.