Ich bin der Osterhase!

Gestern Abend war ich nochmal mit dem Fahrrad unterwegs. Ich wollte zum Storchennest nach Altenhorst. Aber die Störche waren unterwegs, wahrscheinlich Frösche und Mäuse sammeln. Das Nest war jedenfalls leer. Also bin ich ein wenig weiter gefahren, über die Autobahnbrücke. Die Autobahn war auch recht leer für einen Ostersonntag. Da sieht es hier, auf der Verbindungsstrecke zwischen A7 und A2, sonst ganz anders aus.

Autobahnausfahrt Langenhagen-Kaltenweide
Junge Getreidepflanzen im Abendlicht nahe der A352

Das Licht war aber sehr schön, und so habe ich mich auf den Boden gelegt und die grünen Pflänzchen gegen die Sonne fotografiert. Die hellen Punkte sind Insekten in der Abendsonne. im Hintergrund ein Auto auf der Autobahn.

Was in diesen Tagen auch besonders auffällt: der Himmel ist wieder ganz blau. Also richtig blau. Keine Kondensstreifen von Flugzeugen, keine Dunstschleier über dem Flughafen. Einfach nur blau.

Das kann gerne nach Corona so bleiben. Fliegen ist viel zu einfach und zu billig geworden. Es sollte wieder etwas Besonderes sein und deutlich eingeschränkt werden. Genau wie die Fahrten der Kreuzfahrt- und Containerschiffe. Lasst den Ramsch in China oder sonst wo bleiben. Wir können das hier auch herstellen. Kostet dann zwar mehr, ist aber auch von besserer Qualität und hält auch viel länger. Würde viele Probleme auf einen Schlag lösen.

Storchennest bei Altenhorst

Noch kurz ein Foto vom leeren Storchennest, dann ging es ein paar Felder weiter, zu der Stelle, an der ich tags zuvor das Rehkitz fotografiert hatte. Und fast an der gleichen Stelle – ich habe es selbst nicht geglaubt – saß diesmal ein Hase. Jetzt also doch der Osterhase vor der Linse, gut getarnt mit angelegten Ohren.

Hase in einem Feld bei Altenhorst

Ein wenig weiter stand ein Reh an einem Baum. Ich hatte für die Abendrunde das 90-280er Telezoom an der Kamera, ich hielt an der Straße an einem Baum an, das Reh hat direkt in die Kamera geschaut

Reh auf dem Feld zwischen Altenhorst und Maspe

Was ich aber besonders interessant fand und erst zu Hause gesehen habe: das Reh hat ein Ohr nach hinten gestellt, um wirklich rundum hören zu können (nächstes Bild). Mich konnte es ja auch sehen. Aber irgendwas war hinten noch zu hören.

Reh auf dem Feld zwischen Altenhorst und Maspe

Ich vermute fast, es war der Rehbock, der bei der nächsten Baumgruppe stand. Das Reh ging jedenfalls gemächlich in diese Richtung, blieb immer wieder mal stehen, um etwas zu fressen.

Das mit dem Ohr finde ich schon außergewöhnlich – versucht das selbst mal, gar nicht so einfach

Rehe auf dem Feld zwischen Altenhorst und Maspe

Ich fuhr weiter Richtung Maspe. Sehr schönes Licht zwischen den Bäumen. Es sind so schöne Baumgruppen hier in der Gegend, zwischen den kleinen Siedlungen viele Alleen und auch der noch vergleichsweise junge Golfplatz bietet viele gelungene Ansichten mit neu angelegten Baumgruppen, die sich gut mit dem alten Baumbestand ergänzen.

Schuppen im Abendlicht in Maspe
Schuppen und Bäume im Abendlicht in Maspe
Zwischen Hainhäuser Kirchweg und Golfplatz Langenhagen
Weidenkätzchen in der Abendsonne auf dem Golfplatz
Abendstimmung auf dem verwaisten Golfplatz Langenhagen

In Hainhaus bog ich rechts ab, Richtung Twenge. Hier leuchtete die alte Ahorn-Allee schon in hellem grün, die Sonne stand schon recht tief und wurde zusätzlich von ein paar Schleierwolken gedämpft.

Abends auf der Ahornallee zwischen Hainhaus und Twenge

Ja, der Frühling leistet ganze Arbeit. Er ist systemrelevant in dieser Zeit. Denn mit seiner dominanten Farbe grün sorgt er für Ruhe und gibt Hoffnung. Auf das die unfähige Politik endlich sachgerechte Regelungen für die Provinzen, Herzogtümer, Fürstentümer und Königreiche auf ehemals deutschem Boden findet. Bevor es hier wieder eine blutige Revolution gibt.

Abends auf der Ahornallee zwischen Hainhaus und Twenge

Im Moment fühle ich mich in das Jahr 1864 zurückversetzt. Ich gehöre eigentlich zum Herzogtum Schleswig, wohne und arbeite aber die meiste Zeit im Königreich Hannover. Dazwischen überall Grenzen. So wie 1854 ist es heute, im April 2020, auch wieder. Hamburg riegelt sich ab, vom Königreich Hannover komme ich vielleicht noch in den Norden (habe das richtige Autokennzeichen dafür), aber wahrscheinlich nicht mehr zurück.

Abends auf der Ahornallee zwischen Hainhaus und Twenge

Also warte ich mal ab, bis der Schwachsinn hoffentlich bald ein Ende hat. Und genieße solange den Frühling im Königreich Hannover.

Sowohl das Herzogtum Schleswig als auch das Königreich Hannover gingen übrigens recht bald nach 1864 unter und später in unserer heutigen Bananenrepublik auf. Vielleicht gibt es aber auch bei den Bananen in Zukunft noch mal eine Veränderung? Die ist eigentlich schon lange überfällig…