Zu Hause arbeiten

Wir haben bisher in dieser Krise weniger Einschränkungen hinnehmen müssen als viele andere: wir haben das Glück, ein voll ausgestattetes Büro zu Hause zuhaben. Wir arbeiten seit Jahren regelmäßig von diesem Büro aus – zwar nie 100% wie jetzt, aber es ist ohne Probleme möglich.

Für Fotos war die letzten Tage wenig Zeit. Heute Abend dafür zwei Bilder aus meinem „Redaktionsbüro“. Ich habe mir vor ein paar Tagen eine Schreibtischunterlage aus Filz anfertigen lassen – damit die Mäuse besser laufen und für die Arme ist es auch sehr angenehm. Am Wochenende folgt dafür wieder ein Schwung neuer alter Bilder aus meinem Archiv, den ich für meinen TOP.PHOTO-Shop aufbereiten werde.

Macht Euch den Arbeitsplatz so angenehm wie möglich

Die Politik hat leider in dieser Krise vollkommen versagt. Da gibt es nichts zu beschönigen. Alle sogenannten Rettungspakete werden nichts nützen. Es ist ja unser eigenes Geld, welches uns diese dilettantische Truppe nun überwiegend als Kredite (!) wieder andrehen will. Erst fährt man die Wirtschaft in diesem Land ohne Not in vielen Bereichen komplett an die Wand, und dann soll der gemeine Steuerzahler nochmal bezahlen.

Und in Berlin sitzen die Damen und Herren warm und trocken, spielen sogar mal publikumswirksam „Kanzlerinnen-Quarantäne“. Toll. „Gewonnen, ich darf wieder raus!“

Währenddessen geht im normalen Leben so einiges kaputt. Die Welt ist jetzt schon eine andere, und sie wird danach nochmal anders sein. Europa als Idee schon gestorben – kann aber noch nicht beerdigt werden – keiner will den Totengräber spielen.

Und alles nicht wirklich wegen Corona, sondern wegen der falschen Entscheidung unfähiger Volksvertreter vor ein paar Wochen. Aber nun schicken sie sich an, auf den verschiedenen Administrationsebenen – Bund, Länder, Gemeinden – jeweils den Retter zu spielen, obwohl ganz viele Versager sind. Es gibt aber natürlich wie immer auch hier Ausnahmen. Die wirklichen Retter aber stehen am Krankenbett oder an der Supermarktkasse.

Aber dieser Wirrwarr der Ebenen – genannt Föderalismus – zeigt das wahre Ausmaß der Handlungsunfähigkeit in unserem Land. Irgendwie glaube ich, die Siegermächte haben uns das extra eingebrockt, als Bremsklotz sozusagen. Es hat auch vorher schon keine sinnvolle Erklärung dafür gegeben, warum die Schulsysteme oder die Farben der Polizeiautos von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein müssen.

Die Obernarrenkappe in NRW schafft es hingegen nicht mal, einen Mund-Nase-Schutz korrekt anzulegen. Und was noch schlimmer ist: keiner der anwesenden Mediziner weist ihn daraufhin. Wie soll das weitergehen, wenn Experten zwar da sind, aber nicht gehört werden oder nicht einschreiten. Auch sein verzweifelter Versuch, per Instagram-Video zu zeigen, das er es kann, ging daneben. Das Video (wurde in ARD und ZDF gezeigt) ist wieder weg, und auf der Instagram-Seite des Narren ist ein Foto zu finden, in dem man ihm wohl die Maske korrekt hin retuschiert hat. OMG! Pappnasen überall, dabei ist Karneval doch schon vorbei.

Inzwischen hat sogar das Robert-Koch-Institut kapiert, das ein Mund-Nase-Schutz für jeden in der aktuellen Situation sehr nützlich sein kann. Haben ganz schön lange gebraucht für diese Erkenntnis. Einfach mal den Fachmann fragen oder das Hirn einschalten.

Es bestand eine Chance, in einer ganz frühen Phase durch radikale, dafür aber kurzfristige Maßnahmen die Epidemie in Deutschland einzudämmen und weitestgehend das zu verhindern, das jetzt gerade passiert. Aber wir müssen wohl damit die nächste Zeit leben bzw. versuchen, zu überleben. Die Verantwortlichen werden wohl für das angerichtete Chaos wieder nicht zur Rechenschaft gezogen werden – so wie 2015 und so wie bei der Finanzkrise auch nicht.

Und beim Einkaufen nicht vergessen, die Lücken im eigenen Schrank auffüllen. Unser Mehl ist jetzt alle, es gab heute die letzte Pizza. Seit vier Wochen weder Mehl noch Hefe im Königreich Hannover. Wir haben blöderweise nicht gehamstert.

Ich habe nun Online bestellt, bei einer Mühle in Baden-Württemberg. Verwunderlich ist es aber eigentlich nicht: staatliche Institutionen empfehlen, pro Person 3,5 kg Getreideprodukte, Nudeln etc. zu kaufen für einen 10-Tages-Vorrat. Daraus folgt: Nudeln weg, Mehl weg. Kartoffeln gibt es noch. Es gibt sogar einen Kalkulator – wie gesagt, alles gute Ideen – aber die meisten können damit nicht umgehen und geraten in Panik.

Leute, das ist kein Atomkrieg. Die Lage ist zwar ernst – aber der Supermarkt hat auch morgen noch auf.

Grüße vom Heimarbeitsplatz

Wenn man ein wenig Ärger loswerden will, dann ist eine den unsinnigen Talk-Sendungen mit den üblichen Hybris-Verdächtigen angebracht – am besten mit einem Glas Wein. Oder man schreibt ab und zu mal einen Blog-Artikel, so wie ich gerade hier. Auf keinen Fall den Ärger runter schlucken – und immer wach im Kopf bleiben

Haltet die Ohren steif und bleibt gesund! Und hört gute Musik mit guten Texten.