Pink Ice I

Der japanische Kirschbaum fing schon im Dezember an zu blühen. Jeden Tag mehr Blüten. Dann wurde es wieder kälter und das Phänomen kam zum Stillstand.

Am letzten Wochenende dann Schnee, danach Tauwetter und zwischendrin bis Minus 10 Grad Celsius. Als Ergebnis ein Anblick, wie man ihn nur von den Obstplantagen im März oder April kennt, wenn nochmal Frost angesagt ist und die Obstbauern die Blüten mit Wasser beregnen und zum Schutz einfrieren.

Ich habe die Bilder der letzten Tage in vier Beiträge verpackt. Das hier ist Nummer 1. Und nachdem ja Anglizismen gerade so in sind, habe die auch alle (echte) englische Titel verpasst bekomen.

Der „Lockdown“ hat heute sogar einen Preis gewonnen – da kann man sich nur schlapp lachen. Eigentlich ist diese Zerstörung der deutschen Sprache auf Raten aber tatsächlich zum Heulen. Vor allem, wenn zu den „echten“ Anglizismen noch die „Scheinanglizismen“ wie „Homeschooling“ und dergleichen kommen. Die Worte für diejenigen, die weder deutsch noch englisch unfallfrei sprechen oder denken können, aber alles nachplappern, weil es so schon „cool“ und „trendy“ klingt. Stolz verkündigen die gleichgeschalteten Medien in diesem unserem Lande dann auch den Einzug der neuen Begriffe in unseren Sprachschatz. Au weia! Wer hat denn hier die Schatztruhe aufgemacht? Goethe & Co. drehen sich im Grabe um. Dann lockt Euch alle mal down und schlaft schön.

Die Fotos haben eine gewisse sportliche Komponente – kein Stativ, mein 30 Jahre altes Makro-Objektiv an der aktuellen SL2, manuell fokussieren – das ist hier eine Angelegenheit von Millimeterbruchteilen. Da steht man schon mal mit Yoga-Atmung für ein paar Minuten in angespannter Haltung und etwas seltsam positioniert dicht vor, neben oder unter einer Blüte, der Abstand zum Objektiv beträgt dank Nahlinse nur wenig Zentimeter. Und dann wiegt man eben den ganzen Körper hin und her und dreht nochmal am Objektiv, bis es passt.

Auf jeden Fall auch eine gehörige Portion Entschleunigung und genau der richtige Zeitvertreib während des fortdauernden, staatsgetriebenen Corona-Chaos‘.

Das Ergebnis gefällt mir. Euch hoffentlich auch. Die Bilder haben hier und da vielleicht sogar eine leicht erotische Anmutung, je nachdem, wie man sie anschaut.

Fortsetzung mit Sonnenlicht folgt.