Die Zeitenwende

Ich habe schon länger keine Gedanken, die mich bewegen, hier aufgeschrieben. Zu Beginn des hausgemachten Corona-Wahnsinns war ich fleißiger. Nun habe ich an diesem Freitag hier ein paar frische Fotos versammelt und streue wieder ein paar Zeilen dazwischen. Alle Bilder sind im April und Mai 21 entstanden.

Supermond am Flughafen Langenhagen

Wer das lesen nicht verlernt hat, der schaut nicht nur die Fotos an. Aber wer einfach nur Fotos anschauen will, ist natürlich auch dazu herzlich eingeladen

Alltagsmenschen – Christel Lechner (Wenningstedt, Sylt)

Es passierte irgendwie schleichend. Ein paar Demonstrationen hier und da, Fridays for Future dort, ein ertrunkener Flüchtlingsjunge am Strand. Schlaglichter, die aus den letzten Jahren noch im Kopf sofort abrufbar bleiben, so wie meine Lieblingsfotos, die ich immer parat habe. Aber irgendwie war alles anders.

Die Fähre Hilligenlei bei der Einfahrt in den Hafen Schlüttsiel bei stürmischem Wetter

Jetzt kam ein Virus dazu, das alles überlagerte und die Schwerpunkte nochmals verschob. Das Gleichgewicht der Welt und der Gesellschaften auf derselben war längst verloren, das haben viele nicht bemerkt, betäubt von Amazon und Netflix verpasst man auch einfach schnell mal das Leben da draußen.

Der Krabbenkutter HOO1 bei der Ausfahrt aus dem Hafen

Die Gesellschaft in diesem Deutschland ist verbraucht. Und nicht nur hier. Palästinenser und Israelis schlagen sich wieder mal die Köpfe ein, eigentlich aber auch nichts Neues an dieser Front. Politiker betrügen nach Strich und Faden oder kommen mit schlampiger Arbeit einfach so davon, die Rechnung bezahlen wieder mal nicht Minister B. Scheuert sondern wir und die grüne Sauberfrau vergisst auch mal ihr Weihnachtsgeld.

Blick auf die Hallig Habel vom Deich vor dem Hauke-Haien-Koog

Udo L. rettet die Situation wenigstens kurzfristig mit seinem Geburtstagsalbum zum 75. und vier neuen Titeln, die uns abermals zum Durchhalten ermuntern. So wie schon die beiden letzten Alben. Ja, er gehört zu dem Besten, was in deutscher Sprache einem breiteren Publikum zu vermitteln ist.

Leuchtturm List-Ost, Sylt

Ich hoffe, er bleibt uns noch eine Zeit erhalten. Sonst sehe ich schwarz bei all den Scheinanglizismen und Gendersternchen bei heute und in der tagesschau. Ich bin aber durchaus ein Freund der englischsprachigen Musik und habe weiter unten noch ein paar Empfehlungen verlinkt.

Die abendliche Sonne erleuchtet einzelne Flächen im Watt, im Vordergund Gänse bei der Futtersuche

Als Optimist habe ich noch ein wenig Hoffnung, dass die Wahlen im September den schlimmsten Aktionismus verhindern könnten. Wer sich die Mühe macht, z.B. das Wahlprogramm der Grünen reflektiert zu analysieren und zu hinterfragen, was das für die einzelne Person bedeuten wird, der muss sich wundern, wie dieses Wahlangebot derzeit solche Kurse an der Umfragebörse erzielen kann. Für mich nur erklärbar mit der mangelhaften Konkurrenz.

Die Schienen der Lorenbahn leuchten in der Abendsonne

Nein, die sogenannte christliche Partei mit ihrem Karnevalsprinzen ist nicht die Konkurrenz, auch nicht die anderen Teilnehmer der Bundestagswahlspiele 2021. Die Konkurrenz sind die Nichtwähler. Die größte Fraktion. Es reichen ein wenig gesunder Menschenverstand und ein paar Stunden, um die Wahlprogramme zu lesen. Oder im einfachsten Fall den Wahl-O-Mat zu befragen – aber das dort gezeigte Ergebnis trotzdem kritisch zu prüfen.

Lamm bei Lüttmoorsiel

Aber diesmal geht es auch um Dich. Es funktioniert nicht mehr, die Lenkung der Gesellschaft den anderen zu überlassen. Diesmal, finde ich, steht zu viel auf dem Spiel. Es muss Veränderungen geben, auf jeden Fall, aber in die richtige Richtung. Aber die heißen nicht einfach Baerbock oder Tesla, weil das vermeintlich gut für das Klima und die Welt ist. Ist es eben leider nicht, viel zu kurz gesprungen, das werdet Ihr aber vielleicht selbst herausfinden.

Sonnenuntergang am Deich bei Lüttmoorsiel, vorne eine leere Schute in den Wellen, am Horizont ein Schiff

Es muss hier mehr auf den Tisch. Es gibt mehr zu tun, als unbezahlbare Verbote und ideologische Umverteilungen auf den Weg zu bringen. Es geht um die Gesellschaft als Ganzes, in jedem Dorf, in jedem Ort, in jedem Land. Die Spaltung ist schon weit fortgeschritten. Wir werden nicht die Welt retten mit Prozentpunkten an Temperaturen bis 2035 oder sonstwann, wenn wir uns nicht vorher selbst retten. Und einen klaren Kopf dabei behalten.

Der Blick auf die Husumer Bucht durch zwei Pricken im Priel, rechts Nordstrand, links Simonsberger Koog

Wenn wir nicht in einem Bürgerkrieg – ob in der Talkshow oder auf der Straße – enden wollen, bildet Euch eine ernsthaft fundierte Meinung, hinterfragt die Position von Andersdenkenden, reflektiert das Ganze, überlegt Euch nochmals Eure Meinung und macht das Kreuz an der richtigen Stelle.

Halliggräser vor dem Hallig-Krog auf der Hamburger Hallig

Bleibt immer offen für eine inhaltliche Diskussion, aber verzichtet auf ideologisches Gerassel.

Rob Cale

Und hofft, dass wir dieses Jahr ab dem Herbst in einer echten Aufbruchstimmung ausklingen lassen, an der so viele wie möglich teilhaben können.

Der Leuchtturm in Dagebüll

Es kommt jetzt der Sommer, da hat man Zeit zum Lesen und zur Meinungsbildung. Man darf sogar hier und da in Urlaub fahren und manchmal auch fliegen. Ich zähle auf Euch!

Ein Lamm am Deich in Dagebüll

Meine Musikempfehlungen für das Wochenende: neben Udos Kompass ist es auch dieser neue Titel von Jackson Browne und wer den Amerikaner aus Heidelberg genauso schätzt wie ich auch noch diesen ganz neu aufgenommene Klassiker hier. Die Texte bei den letzen beiden Clips stehen unter den Videos. Es lohnt sich.

Ich wünsche ein schönes und entspanntes Pfingstwochenende.